Im Fokus: Dr. Hartmut Schwab

Im Fokus: Dr. Hartmut Schwab

Am 13. November 2015 findet die Wahlversammlung der Steuerberaterkammer München statt. Für das Amt des Präsidenten kandidiert wieder der derzeitige Amtsinhaber und Leiter der LSWB-Zweigstelle Augsburg, Dr. Hartmut Schwab. Im LSWB-Magazin stellt er seine Ziele für die nächste Wahlperiode vor:

„Die Probleme, die der Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit sich bringt, stellen auch für uns Steuerberater eine große Herausforderung dar. Da ist die Globalisierung, auf die unsere mittelständischen Mandanten reagieren müssen. Die Märkte sind nicht mehr nur Deutschland, Europa und die USA, sondern auch Asien, die Schwellenländer und andere Regionen. Mit Fragestellungen des internationalen Steuerrechts müssen sich auch nichtspezialisierte Steuerkanzleien immer öfter auseinandersetzen. Berufliche Netzwerke und Kooperationen werden unerlässlich. Unsere schon seit Jahrzehnten durchgeführten internationalen Kongresse in Italien und Österreich, unsere Kammerforen zum internationalen Steuerrecht und unser Engagement beim iTAXProjekt der bayerischen Verwaltung werden wir fortsetzen und intensivieren. Diese Veranstaltungen bieten den Kollegen wertvolles Wissen und liefern Kontakte zu spezialisierten Kollegen. So werden auch kleine Kanzleien zukunftssicher und bleiben wettbewerbsfähig. Die zweite große Herausforderung ist die Digitalisierung. Hier bieten sich für uns Steuerberater große Chancen, die meines Erachtens die Risiken überwiegen und die wir annehmen müssen. Intelligente Software wird die Buchhaltung, unser Kerngeschäft, erleichtern und revolutionieren, wenn man den Auguren der IT-Branche glaubt. Big Data und lernende Software werden Teile des Deklarationsaufwandes überflüssig machen, das Arbeitsfeld unserer Kanzleien wird sich wandeln. Viele Kollegen fürchten den Wandel, uns bleibt aber nichts anderes übrig, als diese Entwicklung anzunehmen und für uns zu nutzen und so weit wie möglich mitzugestalten. Das ist auch eine Aufgabe der Berufsvertretung. Die Kammer München hat sich dessen angenommen, die Vorstände sind aktiv in viele Prozesse und Entwicklungen eingebunden. Die Durchsetzung der Vollmachtsdatenbank, ein Mitgestalten bei der Einführung der E-Bilanz, die Diskussion zum Verfahrensmodernisierungsgesetz und der Selbstveranlagung, die Schaffung rechtssicherer Grundlagen für das ersetzende Scannen sind nur wenige Beispiele aus der Vorstandsarbeit der letzten fünf Jahre. Die dritte große Herausforderung ist die demografische Entwicklung. Damit hat nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unser Berufsstand zu kämpfen. Eine Gruppe engagierter Vorstandskollegen hat innovative Ansätze zur aktiven und professionellen Mitarbeitergewinnung erarbeitet. Zusammen mit der Bundessteuerberaterkammer und der Datev versuchen wir, die Herausforderung der demografischen Entwicklung aktiv zu bewältigen In München sind – und das ist erfreulich – die Ausbildungszahlen gegen den Bundestrend leicht gestiegen.

Und zuletzt ist da noch Europa. Die berufliche Selbstverwaltung ist immer wieder in der Schusslinie. Jüngst wurde ein Vertragsverletzungsverfahren gegen unsere Vergütungsverordnung eingeleitet. Aber auch andere berufsrechtliche Regelungen werden von der EU immer wieder kritisch hinterfragt, da die Rechtsordnungen unserer Partnerländer den freien Beruf – so wie er sich bei uns erfolgreich entwickelt hat – nicht kennen. Es gibt keine Alternative zur beruflichen Selbstverwaltung. Diese muss verteidigt und gestärkt werden. Dafür kämpft der gesamte Vorstand der Steuerberaterkammer München. Ich stelle mich gerne wieder an dessen Spitze.“