Kurioses Wissen.

LSWB-Magazin 03/2020

Speiseeissteuer

Speiseeissteuer

Die Steuer auf die Herstellung und den Verkauf von Speiseeis hielt sich in Bayern besonders lange: Bis 1971 wurde die aus einer Notverordnung des Reichspräsidenten aus dem Jahr 1930 stammende Steuer hier erhoben.

Laternengeld

Laternengeld

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in vielen deutschen Städten der Ruf nach einer öffentlichen Beleuchtung laut. Die Kosten für Errichtung und Unterhalt der Laternen, für Material wie Öl oder Unschlitt (Talg) und den Lohn der Laternenwärter wurden mit einem sogenannten Laternengeld auf die Hauseigentümer umgelegt, Bemessungsgrundlage war z. B. die Fassadenbreite der Häuser oder wie in München der Schätzwert der Gebäude. 

Zündholzsteuer

Zündholzsteuer

Die im Jahr 1909 erhobene Steuer auf Zündholzer mobilisierte in der Bevölkerung einen passiven Widerstand ungeahnten Ausmaßes: Neben Hamsterkäufen in den Monaten vor Inkrafttreten des Gesetzes griff man auf umständliche Fidibusse und selbst Baukasten-Zündholz-„fabriken“ zurück, um die Steuer zu umgehen. Mehrfach erweitert, wurde die Zündwarensteuer erst 1981 als sogenannte Bagatellsteuer abgeschafft.

Perückensteuer

Perückensteuer

Klamme Staatskassen führten immer wieder zu kuriosen Steuern. Dazu zählt auch die Perückensteuer, die zum Ende des 17. Jahrhunderts in Preußen für den in Mode gekommenen Kopfschmuck zu zahlen war. Kontrolliert vom königlichen Perückeninspektor samt Unterinspektoren, die auf offener Straße die Perücke abnehmen und den Steuerstempel prüfen durften. Johann Kasimir Kolb(e) von Wartenberg, Premierminister Friedrichs des I., war der findige Initiator. Er bescherte seinem König überdies Einnahmen aus Jungfernsteuer, Hut-, Strumpf- und Kutschensteuer sowie einem Vorläufer der Kaffeesteuer.