Den Nachfolger finden im LSWB-Club

Den Nachfolger finden im LSWB-Club

2014 startete der LSWB-Club mit seinen Club-Abenden. Das Veranstaltungsformat widmet sich jenen Themen, die das Klima (Wohlfühl- und Stress-Faktoren) in einer Kanzlei maßgeblich mitbeeinflussen, ohne bei Berufsveranstaltungen und Weiterbildungen im Zentrum zu stehen: Kanzleikultur, Mandatspflege, Mitarbeitermotivation, Konfliktmanagement, Notfallorganisation und -vertretung, Nachfolgekonzepte und vieles mehr. Die Club-Abende, zu denen regelmäßig 30 Gäste und mehr erscheinen, sind ein Geheimtipp für Nachfolgersucher. Warum erklärt Club-Moderator Klaus Richter.

LSWB-Magazin: Herr Richter, der LSWB-Club als Geheimtipp zur Nachfolgesuche. Wie haben wir das zu verstehen?

Klaus Richter: Um eine Hoffnung direkt zu zerstreuen: Beim Club treffen sich nicht 15 alte Hasen und 15 Jungspunde, und am Ende haben wir 15 Kanzleiübergaben. Der Club ist schließlich kein „Speed-Dating für die Nachfolgesuche“. Er ist ein offenes Forum, in dem Berufsträger in entspannter Atmosphäre Erfahrungen aus ihrem Kanzlei-Alltag austauschen. Sie diskutieren miteinander und geben ihre persönlichenSichtweisen zum Besten. Hierdurch offenbaren sie ihre Überzeugungen und Erwartungshaltungen und – nachdem man sich in mehreren Club-Treffen näher kennengelernt hat – auch etwas über ihre Philosophie und ihr Menschenbild. Ein Steuerberater, der einen Nachfolger sucht, kann im Club oder über Club-Bekanntschaften potenzielle Kandidaten finden, die die gleichen Werte vertreten wie er selbst und seine Kanzlei in seinem Sinn fortführen können. Ab dann ist jedoch immer noch eine gewisse Eigeninitiative gefragt.

LSWB: Warum?

Richter: Der Club soll ein erster Schritt sein, Kollegen zusammenzubringen, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten – Netzwerken zum Anfassen. Findet man sich sympathisch, entwickelt sich Vertrauen. So wird der Grundstein für berufliche Zusammenarbeit gelegt. Das gilt für langgediente Berufskollegen mit ausgeprägter Persönlichkeit genauso wie für jüngere Kollegen, die sich ihren beruflichen Weg noch gestalten wollen. Oftmals reift die Entscheidung zur Kanzleigründung erst im Laufe der Zeit. Wir haben allerdings schon erlebt, dass die Club-Abende die „Neugierde auf die Selbstständigkeit“ beflügelt haben. Vielleicht schweben jungen Steuerberatern auch ganz andere Formen der Zusammenarbeit vor.

LSWB-Magazin: Welche denn?

Richter: Wir besprechen im Club zahlreiche Modelle beruflichen Zusammenwirkens – sei es nun in konkret miteinander verbundener oder kooperativer Form oder nur in einer losen, fachlich-informellen Art. Der Bedarf nach kollegialer Unterstützung im Kanzleialltag ist individuell und vielschichtig. Die Club-Kommunikation hilft uns, brauchbare Ideen zu schöpfen, wenn es darum geht, wie wir unsere Kanzleien organisieren können, um beispielsweise vertretbar und nachfolgefähig zu sein – Motivation und Inspiration eben. Vielleicht sucht man ja gar keinen Nachfolger, sondern eher einen adäquaten Vertreter für alle Fälle, der perspektivisch die Kanzlei übernimmt, wenn ihm die Zusammenarbeit gefällt – da führen viele Wege nach Rom. Der Club ist das Forum, um Gleichgesinnte zu finden.

LSWB-Magazin: Herr Richter vielen Dank für das Gespräch.