Die Abgeordneten (v. l.) Karl Holmeier, Marianne Schieder und Dr. Karl Vetter mit Karl Bergbauer.

Die Abgeordneten (v. l.) Karl Holmeier, Marianne Schieder und Dr. Karl Vetter mit Karl Bergbauer.

Cham: Steuerberater treffen Politik

20 Steuerberater aus Cham und Umgebung haben sich mit Politikern aus der Region getroffen: Die Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier (CSU) und Marianne Schieder (SPD) und der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter (Freie Wähler) hörten sich geduldig und verständnisvoll die Problemberichte der Steuerberater an. „Wir werdenn zuhören, lernen und etwas mitnehmen. Natürlich können wir aber auch nicht jeden Wunsch erfüllen“, erklärte Karl Holmeier in seinem Eingangsstatement. Konsens bestand darüber, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Bürgern und Politik ist. In diesem Sinn dankten die drei Politikvertreter LSWB-Vorstand Karl Bergbauer für die Organisation des Abends.

Sehr intensiv wurde über das Thema Statusprüfungen durch die Rentenversicherung Bund diskutiert. In der Region Cham kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Prüfungsvorgängen, die ein Jahr und länger gedauert haben. Am Ende der Prüfung stand die Feststellung einer vorliegenden Scheinselbstständigkeit und damit eine existentielle Bedrohung für den Unternehmer. Die Abgeordneten sicherten zu, den Unmut an die entscheidenden Stellen in Berlin zu kommunizieren. Zudem äußerten die anwesenden Steuerberater Unverständnis über das nach wie vor harsche Auftreten von Zollbeamten bei Betriebsprüfungen. Auch hier versprachen die Politiker eine Prüfung der Vorgänge. Zu den aktuellen Gesetzesänderungen gab es noch keine Aussagen, Bergbauer meinte aber, dass man sich die ganzen Regelungen sparen könnte, wenn man für die „Scheinselbstständigen“ eine Pflichtversicherung zur Rentenversicherung analog zu den Handwerkern einführen würde.

Die Abgeordneten hatten auch aus dem letzten Treffen noch die Frage zur digitalen Ausstattung der Finanzverwaltung offen. Von den Steuerberatern erhielten sie die Antwort, dass das noch immer nicht zufriedenstellend sei. Weitere Themen auf der Agenda waren noch die Erbschaftsteuerreform, Entwicklungen bei der Grundsteuer, das Risikomanagement der Finanzverwaltung, die Anpassung des IAB ab 2016, die Verbeitragung beim Phantomlohn, die GoBD und die Absetzbarkeit von  Steuerberaterkosten. Hier liege eine Schieflage vor, betonten die Steuerberater: Der Fiskus profitiere steuerlich von der von ihm geschaffenen Steuergesetzgebung und Bürokratie. Zudem benachteilige die Regelung Privatpersonen gegenüber Unternehmern.

Zum Schluss streifte man auch noch das Thema „Entwicklungen bei der Flüchtlingsthematik“ mit entsprechend vernünftigen Statements zum Sachstand. Eine Fortsetzung der Veranstaltung im nächsten Jahr ist geplant – zumal alle drei anwesenden Politiker ihr erneutes Kommen versprachen.