Nach dem Seminar: (v. l.) Dr. Peter Leidel, Dr. Eckhard Wälzholz, LSWB-Vorstand Karl Bergbauer und LSWB-Zweigstellenleiter Markus Zwicklbaur.

Nach dem Seminar: (v. l.) Dr. Peter Leidel, Dr. Eckhard Wälzholz, LSWB-Vorstand Karl Bergbauer und LSWB-Zweigstellenleiter Markus Zwicklbaur.

Wochenendseminar in Bad Griesbach

Aktuelles zum Erb-, Gesellschafts-, Immobilien- und Steuerrecht

Von Dr. Peter Leidel, LSWB-Vorstandsmitglied

Viele Jahre führte Dr. Sebastian Spiegelberger aus Rosenheim durch das Wochenendseminar des LSWB in Bad Griesbach. Vom 8. bis 9. April fand die traditionsreiche Veranstaltung nun erstmals mit Dr. Eckhard Wälzholz als neuem Referenten statt. Wälzholz ist als Notar in Füssen tätig und hatte für die Tagung ein Skript mit mehr als 500 Seiten erarbeitet.

Nicht alle Inhalte des Skripts konnten in den eineinhalb Tagen ausführlich behandelt werden, aber die 56 Teilnehmer des Seminars wurden über ausgesprochen wichtige und hochaktuelle Entwicklungen informiert und freuten sich über Gestaltungsanregungen zum Erbrecht, Gesellschaftsrecht und vor allem auch zum Steuerrecht.

Besondere Aufmerksamkeit richtete der Referent zu Beginn der Veranstaltung auf das Unternehmer- und Geschiedenentestament, auf die Gefahren, die auch Beratern bei der GmbH in der Krise drohen, sowie auf die Rechtsprechungsänderungen im Unternehmensbereich bei der Erbschafts- und Ertragsbesteuerung.

Natürlich war auch dem aktuellen Stand bei der Erbschaftsteuerreform ein Kapitel gewidmet. Hier konnte es sich Wälzholz nicht verkneifen, die Widersinnigkeit einzelner geplanter Regelungen herauszustellen, etwa der Verschonungsbedarfprüfung nach § 28a ErbStG-E. Praxisnahe Gestaltungsempfehlungen zur vorweggenommenen Erbfolge, mit denen die Berater noch vor Inkrafttreten des neuen Erbschaftsteuergesetzes agieren können, schlossen diesen Teil des Vortrags ab. Auch wichtige Literaturstellen hatte Wälzholz ausgewertet. So zum Beispiel einen Aufsatz von Schmich/Schnabelrauch, die auf die steuerlichen Risiken und Gefahren einer unzutreffenden Gesellschafterliste bei der GmbH hingewiesen hatten. Vor einer Betriebsprüfung sollte daher stets die Gesellschafterliste auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Mit Rechtsprechungshinweisen zum Umwandlungssteuerrecht, zur Betriebsaufspaltung und zur Immobilienbesteuerung im Ertrag- und Umsatzsteuerrecht entließ der Referent die Zuhörer in das (verkürzte) Wochenende.

Hervorzuheben ist zum einen, dass Wälzholz in vielen Fällen, in denen ein zitiertes BFH-Urteil zulasten der Steuerpflichtigen ausgefallen war, Hinweise anfügte, wie dieses negative Ergebnis durch andere Formulierungen oder Gestaltungen hätte vermieden werden können. Zum anderen zeigte er durch eine enge Verzahnung des Zivilrechts mit dem Steuerrecht die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Gestaltungen auf. Besonderen Anklang bei den Teilnehmern fanden die zahlreichen Formulierungsvorschläge und Praktikerhinweise von Wälzholz. Sein lebhafter und mit vielen Praxisbeispielen versehener Vortragsstil fesselte die Zuhörer bis zur letzten Minute. Tagungsleiter Dr. Peter Leidel dankte dem Referenten für die inhaltsreiche Veranstaltung und den exzellenten Vortrag.