Duales Studium macht den Beruf attraktiv

Duales Studium macht den Beruf attraktiv

Der akademische Berufseinstieg wird immer beliebter – für Kanzlei-Inhaber bedeutet das ein Stück weit umdenken.

Die Ausbildung zum bzw. zur Steuerfachangestellten ist ein klassischer Einstieg in den steuerberatenden Beruf. Der andere ist der akademische Weg über ein einschlägiges Studium.

Ein Studium bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den erfolgreichen Berufseinstieg: Viele wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge bieten zum Beispiel Steuerlehre oder Rechnungswesen als Vertiefungsfach an. Insbesondere
Abiturienten interessieren sich immer weniger für die Ausbildung, sondern absolvieren vor dem Berufseinstieg ein Studium; oder sie erkundigen sich in Steuerkanzleien nach der Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren.

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl von Hochschulen zu, die duale Studiengänge in der Steuerberatung anbieten. Ein duales Studium verbindet die Ausbildung im Steuerfach mit einem Bachelorstudium – in der Regel – der Betriebswirtschaftslehre. Der LSWB unterstützt duale Studienangebote in den Berufsschulsprengeln Landshut und Straubing. Das Studium selbst findet an der HAW Landshut bzw. der OTH Regensburg statt.

Innerhalb von 4 bis 5 Jahren (je nach Studienordnung) erwirbt ein Dualstudierender den Abschluss als Steuerfachangestellter und einen Bachelor in Betriebswirtschaft. Die Vorteile für den Studenten sind ein Gehalt während des Studiums sowie erheblich bessere Startvoraussetzungen für die Karriere in der Kanzlei, da Abläufe und Berufspraxis bekannt sind.

Mehr Für als Wider

Das Für und Wider des dualen Studiums wird insbesondere in kleineren Kanzleien diskutiert. Dualstudierende gelten im Vergleich zu normalen Auszubildenden als schlechter eingebunden in die Kanzlei-Organisation. Dabei verlangen sie das gleiche oder sogar mehr Gehalt. Nach dem dualen Studium ist es darüber hinaus oftmals nicht leicht, die gut ausgebildete Fachkraft in der Kanzlei zu halten.

In der Abwägung lohnt jedoch das unternehmerische Risiko:

Das Aufgabenspektrum, das ein Dualstudierender in der Kanzlei übernehmen kann, ist erheblich breiter als das eines frisch ausgelernten Steuerfachangestellten. Eine langwierige Einarbeitung, die Hochschulabsolventen für gewöhnlich benötigen, entfällt. Dualstudierende können direkt „durchstarten“, da sie die Kanzlei, ihre Strukturen und Prozesse kennen. Das Hauptargument, das duale Studium anzubieten, dürfte aber sein, dass es in Zukunft ohne entsprechende Angebote immer schwerer sein wird, Abiturienten für den Einstieg in den steuerberatenden Beruf zu motivieren. In Zeiten schrumpfender Jahrgänge verringert dies das Nachwuchsreservoir nochmals erheblich.

Nebenberuflich studieren als Steuerfachangestellter

Ein Studium muss allerdings nicht zwangsweise am Anfang der Karriere im steuerberatenden Beruf stehen. Die private Hochschule für angewandtes Management (HAM) in Ismaning bietet das sogenannte semivirtuelle Studium
Betriebswirtschaft mit einem Branchenschwerpunkt Steuern an. Der Clou: Der Student hat nur drei Wochen Präsenzzeit im Semester am Hochschulstandort. Die restliche Zeit lernt er online oder mit Skripten und kann somit seine berufliche Karriere in Kanzlei fortsetzen. Nach drei Jahren erwirbt der Student einen Bachelor der Betriebswirtschaft.

Alle drei genannten Studiengänge haben zudem noch einen weiteren Vorteil gemein: Sie verkürzen den Zeitraum erheblich, in dem man in der Steuerberatung praktisch arbeiten muss, bis man zur Steuerberaterprüfung zugelassen wird. Im Falle eines Bachelorstudiengangs beträgt die Wartezeit drei Jahre, bei einem Masterstudiengang zwei Jahre.

Kontakt

Duales Studium Landshut an der HAW Landshut
Prof. Dr. Thomas Zinser
Tel.: 0871 506–449
E-Mail: thomas.zinser@haw-landshut.de

Duales Studium Straubing an der OTH Regensburg
Prof. Dr. Claus Koss, Stb, WP
Tel.: 0941 943–1338
E-Mail: claus.koss@oth-regensburg.de

Semivirtuelles Studium an der HAM Ismaning
Prof. Dr. Valentin Köppert
Tel.: 089 4535457–0
E-Mail: valentin.koeppert@fham.de