In Bayern dahoam, in der Welt zu Hause

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Grenzüberschreitende Steuerberatung ist attraktiv: Der Fachberaterlehrgang für Internationales Steuerrecht ist der ideale Einstieg

Für Steuerberater gewinnen Fragen der internationalen Besteuerung zunehmend an Bedeutung, da auch mittelständische Betriebe immer häufiger grenzüberschreitend tätig sind. Der Bedarf an Spezialisten in diesem Bereich wächst seit Jahren kontinuierlich.

Für kleine und mittelgroße Steuerberaterkanzleien ist das Chance und Risiko zugleich. Denn einerseits verlangen viele Mandanten mittlerweile profundes Fachwissen zum grenzüberschreitenden Steuerrecht vom Berater ihres Vertrauens. Andererseits bietet gerade eine Spezialisierung die Chance, sich am Markt besser zu positionieren, alte Mandate zu halten und nicht zuletzt neue Mandanten zu gewinnen.

Auch für die Ulrich Bischoff StBG mbH in Röttenbach bei Erlangen waren die Wünsche der Mandanten der Hauptgrund, sich auf internationales Steuerrecht zu spezialisieren. „Wir sind hier ein bisschen reingeschlittert“, berichtet Mitgesellschafterin Ivonne Bischoff. Seit den 1990er Jahren kamen immer mehr Mandanten auf die Kanzlei zu und wünschten Beratung zu Fragen der internationalen Besteuerung. Zu dieser Zeit investierten viele mittelständische Betriebe aus der Region in Österreich und Tschechien. „Wir mussten uns damals entscheiden, ob wir uns in diesem Bereich spezialisieren wollten, denn uns wurde relativ schnell klar, dass es mit einem Blick in die Fachbücher in vielen Fällen nicht getan sein würde“, erklärt Ivonne Bischoff.

Die Diskussion fiel zugunsten einer Spezialisierung aus. Eine Entscheidung, die die Kanzleiinhaber nie bereut haben. Die Steuerberatergesellschaft betreut heute zahlreiche mittelständische Mandate – weit über die Region Erlangen hinaus.

Die drei Gesellschafter, der langjährige Erlanger Zweigstellenleiter Ulrich Bischoff, seine Frau Marianne und Tochter Ivonne, entschieden sich konsequenterweise allesamt für den Erwerb des Titels „Fachberater/in für Internationales Steuerrecht“. Dieser ist ein nach außen hin sichtbares, werbewirksames Qualitätsversprechen für Kanzleien, die sich im Geschäftsfeld grenzüberschreitende Steuerberatung positionieren wollen. Er wird von den zuständigen Steuerberaterkammern amtlich verliehen und kann neben der Berufsbezeichnung „Steuerberater/in“ im Briefkopf geführt werden.

Erfolgsmodell Fachberater

Als Berufsverband mit umfassender Fortbildungskompetenz organisiert der LSWB für seine Mitglieder bereits seit 2008 erfolgreich vorbereitende beraterspezifische Lehrgänge, die die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für die Verleihung des Titels „Fachberater/ in für Internationales Steuerrecht“ vermitteln. Lehrgangsteilnehmer bestätigen immer wieder, dass es richtig Spaß macht, im zertifizierten Fachberater- Lehrgang des LSWB das bisherige Wissen praxisnah zu vertiefen und auf internationalem Gebiet auszubauen. So auch Bischoff: „Es ist etwas anderes, ob man sich Wissen anliest oder im Zuge eines über 120 Stunden langen Lehrgangs aneignet.“ Erstens sei die Art der Wissensvermittlung eine gänzlich andere. Zweitens erhalte man nochmals einen Crashkurs im nationalen Steuerrecht, von dem man – viele Jahre nach der Steuerberaterprüfung – durchaus nochmal profitieren könne.

Das Wissen, das man im LSWB-Fachberaterlehrgang erwirbt, zahlt sich nicht nur im Rahmen der aktuellen BEPS-Diskussion zugunsten der Mandanten aus, sondern ist auch vielfach ein weiterer Baustein für eine wirtschaftlich erfolgreiche Kanzleitätigkeit. Auf das Lehrgangsangebot sollten alle Steuerberater zurückgreifen, die künftig mit dem Recht der DBA sicher umgehen wollen und Steuerrisiken für ihre Mandanten vermeiden möchten.

Der Lehrgang hat inhaltlich den Vorgaben der Fachberaterordnung zu entsprechen und umfasst insgesamt 126 Zeitstunden. Organisatorisch erfolgt eine Aufteilung in drei Modulabschnitte, die jeweils mit einer Leistungskontrolle, also einer Klausuraufgabe über das Erlernte, abgeschlossen werden. Praktische Fallstudien ergänzen die theoretischen Themenabschnitte. Die Unterrichtstermine sind zeitlich so gestaltet, dass sich die Zusatzqualifikation innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne von sieben Monaten erwerben lässt und zwar bei fortlaufender Kanzleitätigkeit.

Praxisorientierung steht im Mittelpunkt

Dabei steht der praktische Nutzen immer im Vordergrund: „Bereits im Rahmen der Grundkonzeption des Lehrgangs wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Unterrichtsthemen sowohl rechtstheoretisch als auch mit konkretem Praxisbezug zu unterrichten“, berichtet Fachlehrgangsdozent Michael Bär. Fallthemen werden also auch in der Umsetzung unter Hinweis auf Anweisungen der Finanzverwaltung sowie der Auffassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung erläutert. Die Dozenten weisen zudem auf offene Rechtsfragen hin, sodass eine entsprechende Abstimmung mit den Mandanten erfolgen kann.

Der praxisorientierte Grundansatz im Aufbau des Lehrgangs setzt sich in der Auswahl der Dozenten fort Sie sind lehrerfahrene Praktiker aus dem Staatsministerium der Finanzen, dem Bayerischen Landesamt fürSteuern sowie aus den Finanzämtern. Das garantiert unmittelbaren Praxisbezug: insbesondere durch die Einbindung bayerischer Fachprüfer für Auslandsbeziehungen. Sie teilen mit den Lehrgangsteilnehmern ihre Erfahrung in der Bearbeitung konkreter Prüfungssachverhalte. Der universitäre Lehrbeitrag erfolgt durch Einbindung der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm.

Der Lehrgang findet zwar bereits seit acht Jahren statt, geht dabei allerdings immer mit der Zeit und der Rechtsentwicklung im IStR, wie Bär betont: „Das Standardthema ‚Beachtung des Fremdvergleichsgrundsatzes‘ wurde mit § 1 Abs. 5 AStG seitens des Gesetzgebers auf den Bereich der Betriebsstättenbesteuerung ausgedehnt.“ Mit neuen Verwaltungsanweisungen sei hier nunmehr über die ersten Auswirkungen in der Praxis zu entscheiden. Ab dem Wirtschaftsjahr 2013 gelte in vielen Fällen bereits neues Recht, so der Fachdozent weiter. Im Lehrgang wird daher das neue Recht der „fiktiven Selbständigkeit“ vorgestellt und in seinen Konsequenzen für die Praxis diskutiert und erläutert.

Belohnt werden fertige Fachberater nicht nur mit hervorragenden Perspektiven für sich und ihre Kanzlei. Das internationale Steuerrecht bietet jeden Tag neue Herausforderungen in einem spannenden Umfeld, wie LSWB-Dozent Bär weiß: „Bei grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen sind regelmäßig zwei Steuerhoheiten betroffen und in der Mitte steht der steuerpflichtige Unternehmer, der für seinen Steuersachverhalt berechtigterweise nur einmal Steuer zahlen möchte.“ Streitbeilegung und erfolgreiche Joint Audits würden aber häufig am unterschiedlichen Verfahrensrecht der betroffenen Staaten scheitern. „Die Festlegung beziehungsweise Ermittlung des Verrechnungspreises unter Beachtung der jeweils nationalen sowie internationalen Grundsätze bleibt unverändert ein schwierig zu erfüllendes Steuerthema für den Steuerpflichtigen und seinen Berater“, so Bärs Fazit.