Kurioses Wissen.

Aktuelle Ausgabe

Speiseeissteuer

Speiseeissteuer

Die Steuer auf die Herstellung und den Verkauf von Speiseeis hielt sich in Bayern besonders lange: Bis 1971 wurde die aus einer Notverordnung des Reichspräsidenten aus dem Jahr 1930 stammende Steuer hier erhoben.

Laternengeld

Laternengeld

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in vielen deutschen Städten der Ruf nach einer öffentlichen Beleuchtung laut. Die Kosten für Errichtung und Unterhalt der Laternen, für Material wie Öl oder Unschlitt (Talg) und den Lohn der Laternenwärter wurden mit einem sogenannten Laternengeld auf die Hauseigentümer umgelegt, Bemessungsgrundlage war z. B. die Fassadenbreite der Häuser oder wie in München der Schätzwert der Gebäude. 

Zündholzsteuer

Zündholzsteuer

Die im Jahr 1909 erhobene Steuer auf Zündholzer mobilisierte in der Bevölkerung einen passiven Widerstand ungeahnten Ausmaßes: Neben Hamsterkäufen in den Monaten vor Inkrafttreten des Gesetzes griff man auf umständliche Fidibusse und selbst Baukasten-Zündholz-„fabriken“ zurück, um die Steuer zu umgehen. Mehrfach erweitert, wurde die Zündwarensteuer erst 1981 als sogenannte Bagatellsteuer abgeschafft.

Perückensteuer

Perückensteuer

Klamme Staatskassen führten immer wieder zu kuriosen Steuern. Dazu zählt auch die Perückensteuer, die zum Ende des 17. Jahrhunderts in Preußen für den in Mode gekommenen Kopfschmuck zu zahlen war. Kontrolliert vom königlichen Perückeninspektor samt Unterinspektoren, die auf offener Straße die Perücke abnehmen und den Steuerstempel prüfen durften. Johann Kasimir Kolb(e) von Wartenberg, Premierminister Friedrichs des I., war der findige Initiator. Er bescherte seinem König überdies Einnahmen aus Jungfernsteuer, Hut-, Strumpf- und Kutschensteuer sowie einem Vorläufer der Kaffeesteuer.

Kurioses Wissen aus früheren Ausgaben

NACHTIGALLENSTEUER

NACHTIGALLENSTEUER

Die Steuerpflicht auf die Käfighaltung von Nachtigallen samt gefordertem Herkunftsnachweis in 17 deutschen Staaten des frühen 19. Jahrhunderts mag heute kurios wirken. Als Luxussteuer deklariert und detailliert ausgearbeitet, war der Aufwand im Vergleich zu den Einnahmen dieser Steuer kaum vertretbar – sogar Polizisten mussten auf ihren Streifgängen auf „unangemeldeten“ Nachtigallengesang achten. Umso wirkungsvoller hat sie sich als Schutz für den heimischen Bestand erwiesen: Statt der Nachtigall zogen immer mehr gezüchtete und damit abgabenfreie Singvögel wie Kanarien in die Wohnstuben ein.

SPIELKARTENSTEUER

SPIELKARTENSTEUER

Die Steuer auf Spielkarten hat hierzulande eine lange Geschichte: Nach französischem Vorbild führte zunächst Preußen 1714 eine Stempelabgabe auf Spielkarten ein. Ab 1838 als Reichssteuer erhoben, richtete sich die Steuer nach dem Umfang der Blätter und wurde auf dem Herz-Ass gestempelt. Die Verwendung von ungestempelten oder aus dem Ausland erworbenen Karten stand unter Strafe. Als „Bagatellsteuer“ wurde die Spielkartensteuer aus Gründen der Steuervereinfachung zum 1.1.1981 abgeschafft.

DACHSTEUER

DACHSTEUER

In Österreich führte die Besteuerung von Dachflächen Ende des 18. Jahrhunderts unter Kaiser Josef II. dazu, dass ungenutzte Gebäude kurzerhand abgedeckt wurden. Von zahlreichen Adelsburgen blieben so nur noch Ruinen.

GARDINENSTEUER

GARDINENSTEUER

Diese in den Niederlanden verortete Steuer auf die Größe der Fensterdekoration hat nie existiert, das Gerücht um sie hält sich aber hartnäckig. Der tatsächliche Ursprung der gardinenfreien Fenster dürfte in der calvinistisch geprägten Kultur der Niederländer liegen.