Steuerberaterpräsident Manfred Klar erteilt Anzeigepflicht eine Absage

Die Mitglieder des bayerischen Steuerberater- und Wirtschaftsprüferverbands LSWB haben sich in München zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung getroffen. LSWB-Präsident Manfred F. Klar konnte hierbei zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Zu diesen zählte der Deutsche Steuerberaterpräsident Harald Elster, die Präsidenten der Steuerberaterkammern in München und Nürnberg, Dr. Hartmut Schwab und Dr. Dieter Mehnert, Wolfram Rappl, der Präsident der bayerischen Wirtschaftsprüfer, und Bodo Richardt, Präsident des Europäischen Wirtschaftsprüferverbands EFAA.

Klar nutzte die Mitgliederversammlung einerseits, um seine Strategie für die künftige Ausrichtung des LSWB vorzustellen, und andererseits, um klare Forderungen an die Politik zu richten. Besonders scharf ging er mit den Plänen der EU ins Gericht, eine generelle Anzeigepflicht für Steuergestaltungen einzuführen.

Das heißt, Mandanten sollen – vertreten durch ihre Steuerberater – selbstständig gesetzeskonforme, aber möglicherweise vom Fiskus ungewollte Lücken im Steuerrecht bei der Finanzverwaltung melden. Setzen sich die Hardliner durch, könnte künftig zum Beispiel schon der Wechsel der Steuerklasse als Steuergestaltung und damit anzeigepflichtig verstanden werden.

"Faktisch hat eine solche Anzeigepflicht die Aushöhlung des Vertrauensverhältnisses zwischen Steuerberater und Mandant zur Folge", so Klar: „Wir müssen dringend aufpassen, dass der Staat nicht jedem Bürger und Unternehmer grundsätzlich eine Neigung zur Kriminalität unterstellt oder eine vorsätzliche oder fahrlässige Steuerhinterziehung vermutet.“

Zudem plädierte der LSWB Präsident für einen „Steuervollzug auf Augenhöhe“: Gemeinsam mit der Finanzverwaltung sei man Teil der Steuerrechtspflege: „Wir können aber nur auf Augenhöhe agieren, wenn die Verwaltung die Chancen, die die Digitalisierung bietet, auch nutzt.“  Technologien, die Steuerberater bereits seit langem adaptieren, würden aus Kostengründen in den Ämtern nicht genutzt. Der Investitionsstau in der Verwaltung müsse daher dringend aufgelöst werden, so Klars Forderung.

Der Landesverband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern e.V. (LSWB) ist Interessenvertreter und Dienstleister von über 6.300 Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern in eigenen Kanzleien und Gesellschaften. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern beraten, betreuen und prüfen sie einen bedeutenden Teil des Mittelstands im Freistaat.

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